Von einer besseren Welt konnten sie träumen, erschaffen würden sie sie nie. (ÖDLAND 07, Kap. 27 Schwarzes Kerygma)
Klappentext ÖDLAND 07 Die Arena:
In der Getto-Arena feiern die Banden die Endzeit mit Hundewetten und Duellen. Mega, die Genetikerin Pandita und die Großkatzen Bastet und Neith werden zur Guerilla, während Dylan, der neue Buchmacher, und Mark, der eingeschleuste Insider in den inneren Kreis um Anführer Chao Shen vordringen. Eine falsche Bewegung, und die Gettos bekommen Wind von der verdeckten Operation. Werden die Frauen die Prüfung bestehen oder führt Mega sie in den endgültigen Untergang?
Mit ÖDLAND 07 erreicht Staffel 2 den ersten Höhepunkt.
Ich habe für ÖDLAND 07 zwei zusätzliche Monate für Überarbeitungen eingeplant, um nicht so unter Zeitdruck zu stehen. Ein gutes Gefühl. ÖDLAND 06 erschien vor einem Jahr, ÖDLAND 07 wird in einer Raunacht nach Heiligabend veröffentlicht: am 27.12.2026. Das Taschenbuch folgt zur Buchmesse Ludwigsfelde im Feb. 2027.
Die letzten Monate waren intensiv. Ich habe die Anmerkungen von sieben TestleserInnen und einer Dramaturgin eingearbeitet.
Immer wieder interessant sind die unterschiedlichen Perspektiven. So hat Testleser Karl seine wertvolle Expertise als Jäger und Waffenkenner einbringen können und mich vor schlimmen Fehlern wie Kaliber 45 (eher ein Flugabwehrgeschütz) bewahren können. Das Kaliber ist natürlich .45, also 0,45 Zoll, nicht 45 Zoll. Dieser und ähnliche Schnitzer bleiben Dir dank Karl erspart.
Karin, Ex-Kommilitonin und Autorenkollegin, eine Kräuterkundige, verarbeitet die Geschenke der heimischen Natur in Kochkursen und ist auf Mittelaltermärkten Kräuterfräulein Wohlgemuth. Sie hat großen Wert auf Wachstumsperioden gelegt und mich dazu bewegt, die Jahreszeit im letzten Drittel des Buches zu ändern. Keine ganz einfache Operation, wie Du Dir vorstellen kannst, aber eine wichtige und richtige Anmerkung.
Testleser Christoph hat mich aufmerksam gemacht, wenn sich männliche Figuren illoyal oder falsch gegenüber weiblichen Figuren verhalten haben. Anmerkungen, die ich eher von Testleserinnen erwartet hätte, aber das war Christophs Perspektive. Mein Sensitivity Reader quasi. Ich konnte und wollte ihm nicht immer Folge leisten, aber an den Stellschrauben habe ich hier und da gedreht.
Noch einmal vielen Dank an die TestleserInnen: Cora Hähn, Christoph Elbert, Gaudus Abeling, Sabine Brümmer, Karin Wohlgemuth, Karl Kaufhold und Tara Turner. Tara ist alte Häsin, für sie war es bereits die dritte ÖDLAND-Testlesung. Bine und Karin haben ihr Debut gegeben und sich hervorragend geschlagen. Christoph und Gaudus kenne ich von der Leipziger Buchmesse und freue mich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Vielen Dank für die wertvolle Hilfe.
Parallel hat die Dramaturgin Emma gelesen. Sie hat tiefer gegraben und das eine oder andere heiße Eisen angefasst. (Echte) Probleme zu identifizieren, ist bereits eine Herausforderung, immer die passende Lösung parat zu haben, ist eigentlich unmöglich. Emma hatte für jede Anmerkung einen Vorschlag. Selbst eine Stelle, an der ich mich für das komplette Gegenteil entschieden habe, hat sich (deutlich) verbessert, denn ohne ihre Anmerkung hätte ich die Stelle gelassen, wie sie war. Ich kann an dieser Stelle leider nicht ins Detail gehen, da jede Andeutung spoilert.
Auch bei Emma bedanke ich mich ganz herzlich. Sie sieht, was Normalsterbliche nicht sehen, und die zweite ÖDLAND-Staffel trägt schon jetzt ihre Handschrift.
Zum ersten Mal habe ich ein altbekanntes Tool meines Textverarbeitungsprogramms ausführlich genutzt: Laut vorlesen. Nichts Ungewöhnliches, und man muss sich ein dickes Fell zulegen, denn die Stimmen rutschen bei Eigennamen, aber auch gern einfach mal so in andere Sprachen, und die direkte Rede ist zum Teil derartig unemotional, dass sich der Vortrag bestenfalls wie Langeweile, schlimmstenfalls wie Ironie anhört. Trotzdem habe ich das Buch zwei Mal komplett durchgehört und die durchgehende Überprüfung brachte mehr, als ich für möglich gehalten hätte. Wortwiederholungen über die Grenzen von Kapiteln hinaus, Satzbau, die Logik innerer Monologe, Wortrudimente, all die Kleinigkeiten waren besser zu hören als zu sehen. Das hat mit der Betriebsblindheit zu tun, die sich nach der vierten oder fünften Überarbeitung einstellt. Ich sehe nicht mehr, was dort steht, sondern was ich im Gedächtnis habe. Wenn ich mir die Stelle anhöre, höre ich den Fehler sofort. Ich denke, der »Trick« liegt im Medienwechsel. Wenn ich zum ersten Mal höre, was ich geschrieben habe, höre ich, was dort wirklich steht. Ich kann das Tool nur empfehlen. Ich weiß, ist ein alter Hut, aber ich habe ihn neu entdeckt und werde ihn ab sofort tragen.
Am 16.11.2026 geht ÖDLAND 07 zu Katharina Glück ins Lektorat. Bis dahin gehe ich weiter die Kapitel durch und feile hier und da mit dem allerfeinsten Sandpapier.
Die Schwarze Göttin tanzt. Sie nimmt eure Köpfe und trinkt euer Blut. Fürchtet euch, denn heute werdet ihr sterben! (ÖDLAND 07, Kap. 27 Schwarzes Kerygma)
Ich freue mich, wenn Du Ende des Jahres zu Mega und Mark ins ÖDLAND zurückkehrst.
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