DreamWalker Concept Art

Colin M. Winkler hat mir die ersten Entwürfe für die Coverillustration der DreamWalker-Reihe (aka TRAUMWELT) zugeschickt. Ich bin extrem gespannt auf die finale Concept Art und freue mich schon jetzt darauf, sie Dir demnächst an dieser Stelle zeigen zu können. Bleiben wir von unvorhersehbaren Zwischenfällen verschont, wird der erste Band der neuen Trilogie noch im Jahr 2021 erscheinen.

DreamWalker Entwurf 01

Wie im letzten Post angekündigt, werde ich ab sofort nur noch von DreamWalker sprechen. Aus verschiedenen Gründen habe ich bisher nur den Arbeitstitel TRAUMWELT verwendet. Unter anderem war ich mir nicht sicher, ob es schlau ist, einen englischen Titel für ein deutsches Buch zu verwenden. Die Suche nach Alternativen hat jedoch gezeigt, dass es nur einen passenden Titel für die Reihe gibt. Das Forschungsprojekt heißt DreamWalker und Träumer, die sich von einem Traum in einen anderen bewegen, werden ebenfalls DreamWalker genannt. Das Wort erzeugt ein starkes Bild. LeserInnen wissen sofort, worum es in der Reihe gehen wird. Damit ist es amtlich: TRAUMWELT heißt ab sofort DreamWalker.

DreamWalker Entwurf 02c

Noch braucht es ein wenig Abstraktionsvermögen, aber wer Colins Arbeit kennt, der ahnt bereits, wohin die Reise gehen wird. Und ÖDLAND-LeserInnen gelten auf diesem Gebiet als Fachleute. Hauptmotiv der DreamWalker-Reihe ist eine menschenleere Stadt in einem besonderen Traum. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, um nicht zu spoilern.

DreamWalker Entwurf 02e

In der Arbeit an den Entwürfen spielten verschiedene Überlegungen eine Rolle. Ich bin immer wieder fasziniert, wie stark sich die Wirkung verändern kann, obwohl die Komposition nur im Detail modifiziert wurde. Wichtigstes Element ist die Figur. Im Unterschied zur ÖDLAND-Reihe soll sie kleiner ausfallen und ihr Schattenriss keine erkennbaren Gesichtszüge tragen. Sie zieht den Betrachtenden ins Bild. Er soll die Stadt mit ihren Augen wahrnehmen. Die Architektur fällt im Vergleich gewaltig aus, sie wirkt einschüchternd, die Atmosphäre abweisend, dunkel und bedrohlich. Mit der Figur als Maßstab kann der Betrachtende die Größe der Stadt einschätzen und erkennen, dass es sich keineswegs um eine „normale Stadt“ handelt.

DreamWalker Entwurf 03

Der Weg führt perspektivisch in Richtung Stadt. Die Tiefe des Raumes ist hinter und neben der Hauptstruktur zu erkennen. Nach Möglichkeit soll man den Himmel und den Boden sehen können, aus Gründen, die ich ebenfalls noch nicht verraten möchte.

DreamWalker Entwurf 04b

Während die Konzepte 01 und 02 eine Titelschrift im oberen Drittel nahelegen, bietet sich auf den Konzepten 03 und 04 ein Titel auf der schwarzen Fläche im unteren Drittel an. Colin und ich haben entschieden, die Figur durch Seitenlicht hervorzuheben. Konzepte mit dunklem Vordergrund wie Konzept 03 wurden deshalb verworfen.

Mein Favorit war lange Zeit Version 04c. Der gewundene Pfad zur Stadt. In Version 04c hätte der Titel (unter dem Motiv) als „Fundament“ der Stadt dienen und ihr zusätzliches Gewicht verleihen können. Ich konnte mir ein Cover auf Grundlage von Entwurf 04c gut vorstellen, aber das Konzept hat leider auch Schwächen. Zum einen ist die Tiefe des Raumes nicht so gut zu erkennen wie in anderen Entwürfen, zum anderen ist die Figur (siehe 04b) zu weit entfernt, um den Betrachtenden ins Bild zu ziehen. Sie wird als Teil der Landschaft wahrgenommen. Der Betrachtende kann sich nicht mehr mit ihr identifizieren.

DreamWalker Entwurf 04c

Damit bleiben die Konzepte 01 und 02. 02e haben wir ebenfalls verworfen, weil die Stadt zu weit entfernt erscheint und damit an Bedrohlichkeit verliert. Schlussendlich machte Entwurf 02c das Rennen. Interessante Strukturen erheben sich am Wegesrand und im Vordergrund, wirken wie eine „Landebahn“ und ein Rahmen und geben die Richtung vor. Entwurf 02c verfügt außerdem über die Figur mit der größten Nähe zum Betrachtenden.

Was hältst Du von den Überlegungen? Findest Du sie nachvollziehbar? Welcher Entwurf gefällt Dir am besten?

Nun dauert es nicht mehr lang. Sehr bald wird der erste Band der DreamWalker-Trilogie das Licht der Welt erblicken. Es ist schwierig, sich auf ein Buch zu freuen, das man nicht beurteilen kann. Obwohl ich ÖDLAND geschrieben habe, fange ich wieder bei null an, denn DreamWalker ist nicht ÖDLAND. Ich hoffe, Du freust Dich trotzdem auf den neuen Roman und auf Isa, die Tochter des Traumforschers.

TRAUMWELT: Illustrationen

Die Illustrationen für den ersten Band der neuen TRAUMWELT-Trilogie sind fertig. Colin M. Winkler, der Designer der ÖDLAND-Reihe, übernimmt in dieser Buchreihe auch die Gestaltung der Kapitelanfänge. Seine Bilder sind wunderbar bizarr und geheimnisvoll geworden.

TRAUMWELT-Illustration: Isa / Realität

Warum beginnen wir jedes Kapitel mit einer Illustrationen? Tatsächlich gibt es nicht nur ästhetische, sondern auch ganz praktische Gründe für die Gestaltung. Ein Problem von Traumgeschichten ist ihre Uferlosigkeit. In Träumen gibt es keine Grenzen und als Autor steht man vor der Herausforderung, sich in den endlosen Möglichkeiten nicht zu verzetteln. Ich bin außerdem kein Freund von Geschichten, in denen Figuren am Ende aufwachen und feststellen, sie haben alles nur geträumt. Man fühlt sich betrogen.

TRAUMWELT-Illustration: Isa / Traum

Soweit so eindeutig. Das Problem: Wenn LeserInnen den Boden unter den Füßen verlieren, beginnen sie zu interpretieren. Als Autor muss man verhindern, dass sie „falsch abbiegen“ und ganze Abschnitte des Buches unter falschem Vorzeichen lesen. Denkt man einmal in die falsche Richtung, ist es oft schwierig, wenn nicht gar unmöglich zurückzukehren und das Verständnis neu auszurichten. Eine bestimmte Vorstellung hat sich festgesetzt und lässt sich nicht mehr entfernen. Um unbeabsichtigte Interpretationen zu vermeiden, habe ich mich entschlossen, den LeserInnen der TRAUMWELT-Trilogie eine Orientierungsmöglichkeit zu geben. Ein Vorzeichen, dass den Inhalt des folgenden Kapitels unmissverständlich zuordnet: die Illustration am Kapitelanfang.

TRAUMWELT-Illustration: Dr. Lem / Realität

Sie gibt Leserinnen und Lesern den Hinweis, wessen Erzählperspektive eingenommen wird und wo das Kapitel spielt: in der Realität oder im Traum. Markieren Isabellas und Dr. Lems Kapitelillustrationen die Realität, sehen sie auch so aus: realistisch wie etwas, dass in der Realität gezeichnet worden sein könnte. Hat die Illustration hingegen eine beunruhigende, surreale Note, markiert sie ein Traumkapitel. So können LeserInnen jederzeit erkennen, wessen Erzählperspektive eingenommen wird und was im Kapitel erzählt wird: Traum oder Realität.

TRAUMWELT-Illustration: Dr. Lem / Traum

Eine Sonderstellung haben Kapitel mit „neutraler“ Erzählperspektive. Sie werden nicht aus Sicht der Hauptfiguren Isabella Lem und Dr. Jakob Lem erzählt. Die Illustration dieser Kapitel zeigt einen „Äskulapstab“ und zwei Schlangen, die an den griechischen Buchstaben Psi erinnern. Er steckt in dem Wort Psyche. Die Bedeutung des Wortes hat sich später zu „Seele“ weiterentwickelt. In unseren Träumen steckt unsere Seele, denn Träume sind Ausdruck unterbewusster Entscheidungsprozesse. Kapitel mit „neutraler“ Erzählperspektive spielen grundsätzlich in der Realität.

Die ersten TRAUMWELT-Testleserinnen haben mir hilfreiches Feedback und wertvolle Tipps gegeben und mir interessante Einblicke in persönliche Erfahrungen gewährt. Noch einmal vielen Dank an die Testleserinnen Anette Schröder, Carola Német und Claudia Herms. Außerdem danke ich Dr. David Frumkin von der Intensivstation der Charité und Prof. Dr. Michael Schredl von Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim für die ausführlichen Rechercheinterviews.

TRAUMWELT-Illustration: „Neutraler“ Erzähler

Sehr gefreut habe ich mich über zwei neue Rezensionen des ersten ÖDLAND-Hörbuchs. MadameFuchsli hält ÖDLAND für „sehr empfehlenswert„: neun von zehn Sternen. Die wunderbare Viktoria Keller aka The Librarian and her Books vergibt sogar fünf von fünf Sternen. Falls Du das ÖDLAND-Hörbuch noch nicht entdeckt haben solltest: Es ist mindestens so gut wie das Buch. 😀

Ich hoffe, Du freust Dich so sehr wie ich auf die Veröffentlichung des ersten Bandes der neuen TRAUMWELT-Trilogie.

Gesucht: CoverdesignerIn TRAUMWELT

UPDATE: Ich bin fündig geworden. Bitte keine Bewerbungen mehr schicken. Vielen Dank.

Für die neue Trilogie TRAUMWELT suche ich eine/n CoverdesignerIn (m/w/d). Die Bücher der Reihe sollen als E-Book, Taschenbuch und Hardcover erscheinen.

TRAUMWELT hat Science-Fiction und Fantasy-Elemente. Die Geschichte spielt zur einen Hälfte in einem Schlaflabor (Science-Fiction) und zur anderen Hälfte in einem besonderen Traum (Fantasy). Den Traum kann man sich als ein Paralleluniversum vorstellen, das durch spezielle Traumportale betreten wird.

Die Romane richten sich sowohl an ein junges Fantasy-Publikum, als auch an eine erfahrene Science-Fiction-Leserschaft.

Die Coverillustrationen werden – wie in der ÖDLAND-Reihe – von Colin M. Winkler gestaltet. Für das Coverdesign suche ich eine/n UnterstützerIn, der/die Lust hat sich mit uns in ein spannendes Designabenteuer zu stürzen.

Die Veröffentlichung des ersten Bandes ist für Ende 2021 geplant. (Band 2: Ende 2022, Band 3: Ende 2023.)

  • Genre: Fantastik
  • Zielgruppe: Junge Erwachsene (Frauen und Männer) ab 14 Jahren.
  • Logline: Es gibt eine Welt in dir: Entdecke sie!         

Klappentext:

Der renommierte Traumforscher Dr. Jakob Lem entwickelt im Schlaflabor der Berliner Charité eine Methode, mit der er in die Träume von Komapatienten eindringen und sie wecken kann. Dr. Lems sechzehnjährige Tochter Isabella leidet an einer leichten Form des Asperger-Syndroms, nur in ihren Träumen hat sie kein Handicap. Ihr Vater hilft ihr, indem er sie zur Traumläuferin ausbildet.

Im Urlaub wird Dr. Lem Opfer eines Verkehrsunfalls und fällt selbst ins Koma. Der Schicksalsschlag trifft Isabella hart, denn ihr Vater war der wichtigste Halt in ihrem Leben. Isabella will die Methode ihres Vaters anwenden, um ihn aus dem Koma wecken. Sie folgt den Anweisungen seines Notizbuches und entdeckt einen Traum, der niemals endet. Der Ewige Traum ist ein gewaltiges Labyrinth aus verfallenen Tempeln, Klöstern und Kathedralen. Er wird von tosenden Sandstürmen beherrscht und von gepanzerten Kreaturen bewacht.

Isabella stellt sich der gefährlichen Aufgabe ihren Vater im Ewigen Traum zu finden und ihn aus dem Koma zu wecken. Ihre Suche bleibt jedoch nicht unbemerkt. Die Traumwächter folgen ihren Spuren und in den Tiefen des Ewigen Traums erwacht etwas …

Bei Interesse bitte mit Links zu eigenen Arbeiten (Buchcovern) und Gehaltsvorstellung (Pauschalbetrag pro Cover) inkl. Nutzungsrechten per E-Mail bewerben.

E-Mail an: czachariae(ätt)gmx(dot)de

(Beitragsbild: pixabay)

TRAUMWELT-Trilogie Erste Skizzen

Man könnte denken, die Entwicklung der TRAUMWELT-Reihe wär total verbuggt, weil überall Käfer rumlaufen, aber der Grafikdesigner Colin M. Winkler und ich denken nur gerade intensiv über den Zeichenstil der Illustrationen nach.

Die Hauptfigur der Reihe, die sechzehnjährige Isabella Lem, zeichnet gern mit Kohle, genau wie ihr Vater, der Traumforscher Dr. Jakob Lem. Isabella skizziert Insekten im Nachbargarten, ihr Vater illustriert sein Traumtagebuch mit Architekturfantasien, Kriegsgöttinnen aus Marmor und gestürzten, dorischen Säulen.

Da beide Figuren zeichnen, bietet sich ein gegenständlicher Illustrationsstil an, der die Skizzen der Hauptfiguren darstellt. Hinzu kommt, dass in diesen Stilarten eine geheimnisvolle Grundstimmung erzählt werden kann. Die Zeichnungen können eine gewisse „Unschärfe“ enthalten, als wäre das Dargestellte in Bewegung oder der Zeichnende könnte sich nicht genau erinnern.

Auf der anderen Seite sind detaillierte Illustrationen nicht so gut für die Verwendung in einem E-Book geeignet. Deshalb haben wir auch Stile ausprobiert, in denen das Käferbild eher an ein Icon oder ein Logo erinnert. Sie wirken abstrakter, etwas kühler und technischer und markieren eher, als das sie eine Stimmung transportieren.

Die gegenständlichen Stile hätten den Vorteil, dass sie im Falle der Käfer (bzw. der Insekten, in Band II kommt eine Gottesanbeterin dazu) an anatomische Zeichnungen erinnern und eine Atmosphäre erzeugen, wie Du sie aus den Gothic Novels von Mary Shelley oder H. P. Lovecraft kennst. Man fühlt sich an schummrige Sammlungen erinnert, hat in Formaldehydlösung eingelegte oder aufgespießte Präparate vor Augen und sieht Zeichnungen, die neben ihnen auf dem Tisch liegen. Ich mag die Assoziation, denn ein Teil der Spannung der TRAUMWELT-Trilogie entsteht aus der Atmosphäre einer Traumforschung, die die Grenzen der Physik überschreitet. Eine postmoderne Gothic Atmosphäre quasi.

Welcher Illustrationsstil gefällt Dir am besten? Welchen Illustrationsstil kannst Du Dir in der TRAUMWELT-Trilogie vorstellen?

Hier noch einmal die Stile zum besseren Vergleich in der Galerie:

Cover ÖDLAND Gesamtausgabe

In diesem Artikel stelle ich Dir die Entwicklung des Covers der ÖDLAND-Gesamtausgabe vor. Der lange Weg von den ersten Überlegungen und Skizzen bis zum finalen Cover.

ÖDLAND GA Entwurf 05

„Fliegender“ Schädelturm Entwurf I

Wie bereits erwähnt, habe ich mir für das Cover der Gesamtausgabe eine Gestaltung vorgestellt, die auf den ersten Blick nicht hundertprozentig zur ÖDLAND-Reihe passt. Das E-Book bleibt selbstverständlich Teil des ÖDLAND-Universums, soll aber nicht als sechster Band der Reihe wahrgenommen werden, sondern als etwas Neues, Unabhängiges. Wer sich mit den Covern der Reihe bisher nicht anfreunden konnte, wird kaum zu einem Band greifen, der wie eine Fortsetzung aussieht. Davon bin ich überzeugt. Eine Gestaltung, die auf den ersten Blick nichts mit der Reihe zu tun hat, könnte skeptische Leser hingegen überzeugen. Wer die ÖDLAND-Reihe kennt und schätzt, wird ohnehin aufgeschlossen reagieren.

ÖDLAND GA Entwurf 06

Schädel vor Fernsehturm Entwurf II

Nachdem wir uns festgelegt hatten, stellten wir uns die Frage, welches Detail der ÖDLAND-Erzählung sich für das neue Cover eignen könnte. Wir entschieden wir uns für die Schädeltürme des Söldnerkochs Ramsan und für die Warnzeichen, die das Matriarchat auf den Gefängnissen hinterlässt:

Die Schädeltürme der ÖDLAND-Reihe:

ÖDLAND III, Kapitel 41 – Pfadfinder: Für die morgendliche Katzenwäsche suchte Mega sich einen stillen Winkel vor der Außenwand und fand eine Stelle, an der Ramsan Essensabfälle entsorgt hatte. Säuberlich gespaltene, ausgekochte Knochen lagen auf frisch getautem Moos. Sie wollte den Ort schon wieder verlassen, als sie innehielt und genauer hinsah. Ramsan hatte die Essensreste nicht achtlos aus dem Fenster gekippt. Er hatte Zeit und Muße investiert und ein beunruhigendes Kunstwerk geschaffen. Die Gebeine hatte er der Größe nach zu einer Pyramide aufgeschichtet und auf der Spitze, wie zur Krönung, Rodericks abgetrennten Kopf platziert. Seine toten Augen blickten seltsam wässrig und schief, aber die fliehende Stirn und die spitz gefeilten Zähne schlossen jede Verwechslung aus. Bunte Glasscherben durchstießen die Schädelknochen, setzten ihm eine Krone auf und betonten die Wangen, dass er aussah, als wäre er geschminkt. Ihm zu Füßen ruhten die Schädel der Helfer. Gemeinsam bildeten sie einen fünfzackigen Stern. Roderick blickte nach Norden, in die Richtung, in der sie weitermarschieren wollten und schien ihnen mit unverminderter Hinterhältigkeit hinterherzugrinsen. Was trieb den Koch sich solche Mühe zu machen? Eine Wegmarkierung? Wenn es sich um ein Zeichen handelte, wem hatte er es hinterlassen? Der Nachwelt? Nathan? Wohl kaum. Mega konnte sich keinen Reim auf den Fund machen. Er hinterließ sie ratlos, fasziniert und befremdet zugleich.

ÖDLAND GA Conzept 01 KLEIN

Verworfene Zwischenstufe Entwurf III

ÖDLAND IV, Kapitel 70 – Die Herde: Ramsan redete mit den Toten und die Toten redeten mit ihm. Er hatte Schädel zu einer Pyramide gestapelt und war im Begriff, den Schlussstein auf der Spitze der morbiden Skulptur zu platzieren. Stellgar stockte der Atem. Er entdeckte Verzierungen. Mit rotem Lehm hatte der naive Künstler den Wangenknochen zarte Farbe verliehen. Holzkohle betonte Augenhöhlen wie Lidschatten. Die makabre Inszenierung ließ den abgehärteten Söldner erstarren. Zu wissen, dass der Koch sich der Anstößigkeit seiner Spielereien bewusst war und sich deshalb zurückzog, machte die Sache nicht erträglicher.
Mit der Gestaltung des letzten Schädels hatte sich Ramsan besonders viel Mühe gegeben. Er hatte ihn ausgekocht, um sämtliche Gewebespuren zu entfernen und der Knochenstruktur ein strahlendes Weiß zu verleihen. Außerdem hatte er helles Ödlandgras gepflückt und es so in den Rissen der Schädeldecke befestigt, dass es wie das glatte, platinblonde Haar einer Frau aussah. Die Bemalung und das offene Haar verliehen dem Objekt etwas so eindeutig Feminines, dass es Stellgar die Sprache verschlug. Nie zuvor hatte sich die Deutung so aufgedrängt. Was der Koch sah, was er seit Jahren abgöttisch verehrte und deshalb überall zu reproduzieren versuchte, waren Frauen. Nein, nicht Frauen. Nur diese eine Frau.

ÖDLAND Gesamtausgabe eBook Cover 12_12_19 B

Variante B Großer Schädelturm Entwurf IV

Die Gestaltung des Covers weicht von den Beschreibungen ab, weil wir sie nicht eins zu eins umsetzen wollten. Das Cover könnte eine Studie oder ein Vorstadium des Künstlers zeigen, zu einem Zeitpunkt, da er noch experimentierte.

Im ersten Schritt probierten wir verschiedene Farben aus und arbeiteten uns von einem kontaminierten orange-grün (Entwürfe I + II), zu einem kontrastreichen schwarz-weiß mit dominanter Titelschrift in blutrot (Entwürfe III – V). Liegt der Schwerpunkt in den ersten Entwürfen eher auf den Gefahren der Landschaft, verschiebt er sich in den späteren Überlegungen auf die Überlebenden und ihre Rituale.

Eine Zwischenstufe (Entwurf III) mit schwachen Kontrasten und dunklem Hintergrund konnte nicht überzeugen und wurde verworfen.

Die Größe des Schädelturms wurde reduziert, um die Verlorenheit der Hauptfigur und die menschenleere Landschaft spürbar zu machen.

ÖDLAND Gesamtausgabe eBook Cover 12_12_19

Finales Cover der ÖDLAND-Gesamtausgabe Entwurf V

Im letzten Schritt wurden die Details des Schädelturms und seine Verzierungen angepasst. Das Zeichen des Matriarchats sollte erkennbar, aber nicht offensichtlich sein. Es sollte entdeckt werden können.

Abschließend probierte Colin noch einmal einen größeren Schädelturm aus. Entwurf IV ist interessant. Auf den ersten Blick dachte ich: „Wow, krass.“ Aber wenn man sich zurücklehnt und nachdenkt, wird einem klar, dass viele Details in diesem Entwurf verschwinden, bzw. nicht mehr zur Geltung kommen. Angefangen von der Stapelung der Knochen, über den Blutstropfen, bis hin zur Bemalung des obersten Schädels und seinen Glasscherben. Ein kleinerer Haufen erzählt außerdem besser die Kargheit der Landschaft und die Einsamkeit der Heldin. Der große Schädelhaufen „drängt“ sich dem Betrachter auf. Der kleinere Abstand wirkt beunruhigend, aber das Bild ist beunruhigend genug. Die Wirkung muss nicht verstärkt werden.

Was denkst Du? Wie gefällt Dir das Cover der ÖDLAND-Gesamtausgabe?

ÖDLAND Spin-off: MEGAS KINDER

Die Taschenbuchausgabe des fünften Buches nähert sich der Veröffentlichung. Die Illustrationen der Grafikdesigner Colin M. Winkler und Theresa Fukushima sind erneut beeindruckende Kunstwerke und für Selfpublishingwerke, wie die ÖDLAND-Reihe, alles andere als selbstverständlich. Jede Kapitelüberschrift wird von Hand gelettert und mit weißer Farbe „zerstört“, um den postapokalyptischen Look zu kreieren. Ich habe schon Kostproben gesehen und bis gespannt, wie Dir die Gestaltung des fünften Buches gefällt.

Wie geht es im ÖDLAND weiter? Am Ende des fünften Buches habe ich einen Spin-off zur ÖDLAND-Reihe angekündigt. Habe ich den Mund zu voll genommen? Nein, an diesem Laster leide ich zum Glück nicht. Ich gebe selten Versprechen, die ich nicht halten kann. Es wird noch eine Weile dauern, aber irgendwann werde ich die ÖDLAND-Reihe fortsetzen.

Das Gespräch mit der Autorenkollegin Karin Wohlgemuth (eine Ex-Kommilitonin, ich durfte die ersten Seiten ihres Mittelalterromans lesen, sehr spannend, Mutter und Tochter werden von Friesen entführt) hat mich auf eine Idee gebracht, wie die Handlung verlaufen könnte. Es soll eine Trilogie werden und sie soll 20 Jahre nach den Ereignissen der ersten fünf Bücher spielen. Die neue Reihe wird MEGAS KINDER heißen. So weit, so bekannt. Hauptfigur der neuen ÖDLAND-Reihe wird das Wölfchen sein. Er heißt inzwischen Wolf und ist ein wortkarger Anführer mit seltsamen „Eigenarten“. Ich überlege die Bücher anhand der Kellerkinder zu sortieren. Das erste Buch könnte Fees Entscheidungen in den Mittelpunkt rücken, das zweite Buch könnte sich mit Jonas Schicksal beschäftigen und das dritte Buch von Mia & Emily berichten.

Worum geht es? Nach dem Vorbild der Schwesternschaft wurden die Kellerkinder ausgeschickt, um neue Siedlungen im ÖDLAND zu gründen und eine neue Zivilisation aufzubauen. Das Klima hat sich verändert. Auf die Kälteperiode folgte eine Zeit milder, feuchter Sommer und die Natur erholte sich. Wo es vorher nur Aschewüste gab, wachsen jetzt Wälder. (Die Bäume sind noch nicht sehr hoch, aber sie stehen dicht und unübersichtlich.) Mega ist mit Mark zu einer Expedition in den Süden aufgebrochen, um das Androidenwerk zu finden, aber nicht zurückgekehrt. Seit Jahren besteht kein Kontakt mehr zu ihr. Wolf begibt sich auf die Suche nach seiner Mutter. Auf dem Weg macht er den Neugründungen der Kinder seine Aufwartung und muss feststellen, dass sie sich nicht so rosig entwickelt haben, wie ihm in den Funknachrichten berichtet worden war.

Die Sortierung gefällt mir schon ganz gut. Sofort stellt sich das ÖDLAND-Gefühl ein: Die Spannung, was in den unbekannten Weiten passiert sein mag. Warum melden sich Mark und Mega nicht? Werden sie gefangen gehalten? Wurden sie getötet? Auf dem Weg sammelt Wolf Informationen, aber sie ergeben keinen Sinn …

Ich wiederum werde weiter Ideen sammeln, um die drei neuen ÖDLAND-Bände des Spin-offs füllen zu können. Ich hoffe, Du bist genauso gespannt wie ich auf: MEGAS KINDER.